Bitteres Ende nach wildem Schlagabtausch

SG Bremen-Ost unterliegt in Delmenhorst knapp mit 36:35

Die SG Bremen-Ost hat am 15. Spieltag der Oberliga Nord ein intensives und torreiches Auswärtsspiel bei der HSG Delmenhorst mit 36:35 verloren. In einer Partie mit hohem Tempo, wenig Abwehrarbeit und mehreren Wendungen standen die Bremer am Ende trotz langer Führung mit leeren Händen da. Zur Pause lag die SG noch vorne, doch in der Schlussphase kippte das Spiel zugunsten der Gastgeber. 

Vogelwilder Beginn ohne Abwehr

Die Zuschauer in Delmenhorst sahen von Beginn an ein Offensivspektakel. Beide Teams verzichteten in den ersten Minuten nahezu komplett auf Defensivarbeit, nach gerade einmal fünf Minuten stand es bereits 5:5. Delmenhorst agierte zu Beginn mit einer sehr offenen, fast manndeckungsähnlichen Variante, die die SG zwar nicht vor große Probleme stellte, aber auch die Bremer Defensive bekam überhaupt keinen Zugriff. Immer wieder fielen die Gegentore zu leicht, vor allem aus dem Rückraum. Das hohe Tempo blieb über die gesamte Partie erhalten. 

SG übernimmt Kontrolle, trotz Rückschlag

Nach der Anfangsphase fand die SG Bremen-Ost besser in die Begegnung und übernahm zunehmend die Kontrolle. Im Angriff lief der Ball flüssiger, und die Gäste erspielten sich eine Führung, die bis zur Pause auf vier Treffer anwuchs, 17:21. Spielweisend war jedoch bereits die 18. Minute, als Timon Timmermann die Rote Karte sah und frühzeitig vom Feld musste, ein herber Rückschlag für die Bremer Rotation. Dennoch brachte die SG die Führung in die Kabine. 

Sechs Tore vorne, und trotzdem aus der Hand gegeben

Nach dem Seitenwechsel setzte sich der Spielverlauf zunächst fort. Die Bremer blieben trotz insgesamt durchwachsener Abwehrleistung vorne und führten in der 40. Minute sogar mit sechs Toren. Viel sprach zu diesem Zeitpunkt für einen Auswärtserfolg des Tabellenführers.

Doch dann folgte der Bruch. Delmenhorst erhöhte die Intensität, während bei der SG die Fehlerquote stieg. Innerhalb von zehn Minuten drehten die Gastgeber mit einem 9:4-Lauf die Partie und glichen bis zur 50. Minute zum 30:30 aus. Kurz darauf zog die HSG sogar auf 35:32 davon. Die Halle kochte, die Gastgeber spielten sich in einen Rausch. 

Dramatik bis zur letzten Sekunde

Die SG bäumte sich noch einmal auf und kämpfte sich zurück. In der letzten Aktion fiel sogar der vermeintliche Ausgleich, doch der Treffer wurde aufgrund eines Wechselfehlers der Gäste aberkannt. Statt Punktgewinn stand am Ende eine extrem bittere 36:35-Niederlage auf der Anzeigetafel. 

Pehling sieht verpasste Chance

SG-Trainer Luke Pehling zeigte sich nach der Partie selbstkritisch. „Wir machen kein gutes Spiel, bekommen keinen Zugriff in der Abwehr und kassieren viele leichte Tore, gerade über die halbrechte Position. Trotzdem führen wir nach 40 Minuten mit sechs Toren und müssen dann eigentlich den Deckel drauf machen. In den letzten 20 Minuten nutzen wir die Manndeckung von Delmenhorst nicht gut genug aus, wir werfen zu viele Bälle weg und erlauben Delmenhorst so wieder zurück ins Spiel zu kommen. Ein ähnlicher Spielverlauf wie gegen Horneburg. Das ist einfach super ärgerlich, am Ende gewinnt dann die Mannschaft mit mehr Biss.“

Bergmann spricht Klartext

Teammanager Lennart Bergmann, der selbst wieder auf der Platte stand, fand deutliche Worte. „Uns ärgern solche Niederlagen extrem. In Horneburg war die Kadersituation sicher noch angespannter, trotzdem müssen wir auch da nach sieben Toren Führung gewinnen. Das gleiche Bild zeigt sich gegen Delmenhorst. Wir sind trotz schlechter Leistung über weite Strecken das bessere Team und führen verdient mit sechs Toren. In den letzten 20 Minuten verwerfen wir zu viel und sind von der Stimmung nicht so auf der Platte wie Delmenhorst, die das dann clever spielen. Aber dieses Spiel müssen wir gewinnen. Wir haben uns danach als Team zusammengesetzt und das Spiel noch einmal aufgearbeitet. Wir wollen uns wieder auf die Basics konzentrieren, die uns in der Hinrunde ausgemacht haben.“

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