Sieg im Derby
Sonntag, 14:30 Uhr, Derby in der Oberliga Nord. TV Oyten gegen SG Bremen-Ost. Zweiter gegen Dritter. Mehr Argumente braucht dieses Spiel nicht. Die Halle voll, die Tribüne laut, dazu bestes Wetter und ein starker Bremer Anhang, der den Weg nach Oyten mitgemacht hat. Die Bühne war bereitet.
Die Gäste erwischten den besseren Start. Nach nicht einmal fünf Minuten stand es 1:3, weil Bremen-Ost sofort Zugriff bekam und seine Angriffe zielstrebiger zu Ende spielte. Oyten suchte wie erwartet das Tempo, erste und zweite Welle liefen früh an, doch die Bremer arbeiteten konsequent nach hinten und zwangen die Hausherren immer wieder in den Positionsangriff.
Dort wurde es zäh. Beide Defensivreihen bestimmten das Spiel. Oyten fand nur selten klare Lösungen gegen die kompakte Bremer Abwehr, musste mehrfach ins Zeitspiel und nahm Würfe unter Druck. Was dann noch durchkam, war häufig Beute von Tim Fieritz, der im Bremer Tor früh ein Faktor war.
Auf der anderen Seite ließ Bremen-Ost zu viel liegen. Gute Phasen wechselten sich mit unnötigen Ballverlusten ab. Zu oft sollte der Abschluss zu schnell erfolgen oder es wurde eine zu komplizierte Lösung gesucht. Das verhinderte, dass sich die Gäste schon vor der Pause deutlicher absetzen konnten. So blieb es eng. Mit 11:12 ging es in die Kabine, ein Spielstand, der den Charakter dieser ersten Halbzeit ziemlich genau abbildete.
Nach dem Seitenwechsel kam Oyten zunächst besser rein und nutzte eine kurze Bremer Schwächephase. In der 37. Minute lagen die Gastgeber mit 16:14 vorne. Es war die Phase, in der das Spiel zu kippen drohte. Doch genau hier zeigte sich der Unterschied.
Während bei Oyten das hohe Tempo und die Belastung sichtbar Spuren hinterließen und die ersten Rückraumspieler längere Pausen brauchten, blieb Bremen-Ost stabil. Die Rotation griff, das Niveau blieb hoch. Die Gäste drehten das Spiel wieder und erhöhten Schritt für Schritt den Druck.
Ab Mitte der zweiten Hälfte übernahm Bremen-Ost die Kontrolle. Aus dem 20:21 wurde innerhalb weniger Minuten eine klare Führung. In der 49. Minute lagen die Gäste erstmals mit vier Toren vorne, wenig später waren es sogar sechs. Oyten fand in dieser Phase kaum noch Zugriff, während Bremen die Angriffe nun deutlich klarer ausspielte.
Die Entscheidung war gefallen, auch wenn die Schlussphase das Ergebnis noch einmal etwas enger erscheinen ließ. Oyten nutzte nachlassende Konsequenz der Gäste zu einem kleinen Lauf, kam aber nicht mehr ernsthaft heran. Am Ende steht ein 25:28 aus Sicht der Gastgeber.
„Ich bin durchweg sehr zufrieden mit der Abwehrleistung der Jungs. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir gezeigt, wie stark unsere Abwehr sein kann. Eine Tempo- und spielstarke Mannschaft wie Oyten zur Pause bei elf Toren zu halten, ist wirklich stark. Im Angriff waren wir da noch nicht konsequent genug. Wir waren uns aber sicher, dass Oyten am Ende die Luft ausgehen wird. Wir haben den breiteren Kader und das hat man ab etwa der 47. Minute gemerkt, als wir uns entscheidend absetzen konnten. Ein kleiner Schönheitsfehler ist der 3:0-Lauf am Ende, der das Ergebnis etwas knapper aussehen lässt. Insgesamt war das ein richtig gutes Handballspiel. Mit dem Sieg haben wir den zweiten Platz gefestigt und wollen den auch bis zum Saisonende halten“, sagte Bremens Trainer Luke Pehling nach der Partie.
„Durch den Sieg stehen wir relativ souverän auf Platz zwei in unserer ersten Oberliga-Saison. Wir haben fünf Punkte Rückstand auf Platz eins und gleichzeitig fünf Punkte Vorsprung auf Platz drei. Ziel ist es, diesen Platz zu festigen und Horneburg noch etwas unter Druck zu setzen. Ob es in diesem Jahr einen Relegationsplatz gibt, bleibt abzuwarten und hängt von den Ergebnissen in der 3. Liga ab. Wir werden unsere Hausaufgaben erledigen und am Ende gucken wofür es reicht“, ordnete Lennart Bergmann die aktuelle Tabellensituation ein.
SG Bremen-Ost: Laube (4), Berdar (1), Keller (5), Fietze (1), Reimer (3), Bartels, Rüsch, Weber, K. Seekamp, Ellmers (2), Rades (5), Dehmel (3), Timmermann (4), R. Seekamp, Belizaire, Fieritz